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Ein Mensch im Wald, Mensch klein Baum groß

Mein Weltrettungs-Syndrom! Ein einziges Ego-Spiel?

Ich denke viele Menschen werden das kennen. Man scheint durch und durch von dem Wunsch beseelt zu sein die Welt zu retten. In Wahrheit handelt es sich hierbei allerdings sehr oft [nicht immer!] um eine Vermeidungsstrategie. Hinter einer so immens altruistischen Einstellung steckt oft genug der blanke Egoismus. Wie kann das sein?

Mein eigenes Weltrettungs-Syndrom

Mein eigenes Weltrettungs-Syndrom ist damals so richtig ausgebrochen als meine Ex-Partnerin beschloss mich als Vater komplett aus dem Spiel zu nehmen. Rein logisch hatte ich damals alle Gedanken gedacht, die man sich dazu denken kann. War schonungslos ehrlich zu mir und habe viele meiner Abgründe kennenlernen dürfen.  Ich hatte Sie und ihre Beweggründe verstanden. Warum Sie so eiskalt ist etc.. pp. Und mit der Zeit lernte ich mit dem Schmerz des Verlustes meines Kindes irgendwie umzugehen (zumindest glaubte ich das). Ich fing mit YouTube an und hatte endlich eine Möglichkeit meine Sicht der Dinge darzulegen. Weniger in Bezug auf meine private Situation sondern viel mehr in Bezug auf die Probleme in unserem System und in unserer Denkweise. Und ich staunte nicht schlecht als ich Zustimmung für meine Sicht erfuhr.

Der YouTube Kanal war das Symptom meines Weltrettungs-Syndrom. Um so größer wurde der Schmerz, je mehr ich begriff das die Leute zwar zustimmen, aber dennoch nichts ändern. Ich wurde kreativ, erfand Übungen zum „besseren Denken“. Verfasste Schemata über grundsätzliche Strukturen unseres Denkapparates. Kartografierte Glaubenssystem und die jeweiligen Blockaden. Alles mit dem tief in mir verankerten Wunsch anderen Menschen zu helfen und am Ende die Welt zu retten.

Ich arbeitete täglich an mir und meinen Blockaden. Um ehrlich zu sein habe ich bis heute nur zwei Menschen kennenlernen dürfen, die ähnlich intensiv und zielführend mit sich arbeiten. Und mit der Zeit wurde es immer deutlicher. Ich hatte meine gesamte Energie auf ein einziges Ziel fokussiert.  Auf die „Rettung der Welt“. Ich führte allen Schmerz in meinem Leben auf den einen offensichtlichen Grund zurück der da lautet „das System ist Schuld!“.

Die Wahrheit ist weniger romantisch

Die Wahrheit war jedoch, dass ich für alles was ich vorhabe oder machen möchte in diesem System einen Weg finden werde. Das es natürlich himmelschreiende Ungerechtigkeiten gibt, dass es aber auch immer einen Weg gibt damit umzugehen. Wir müssten dieses System nicht zwangsläufig demontieren. Es würde funktionieren wenn wir alle aus Liebe motiviert handeln würden. Dann würde jedes System funktionieren. Sehr viele handeln allerdings aus Angst motiviert. Und eben diese Angst ist es die für all das Unrecht ursächlich ist.

Ich verstand, dass der Schmerz den ich spürte in Wahrheit immer noch der Schmerz über den Verlust meines Sohnes war. Das es immer noch um den Schmerz ging den mir meine Ehe-Frau (nicht die Kindsmutter) mit 21 zugefügt hatte. Das es immer noch um die Prügel ging, die mir mein Vater mit dem Holzstock angedeihen ließ. Und im Endeffekt tatsächlich auch noch um das Trauma meiner Geburt die in mir eine tiefe Prägung des „nicht in dieser Welt angenommen seins“ hinterlassen hatte.

Ich hatte also meinen wahren Schmerz verdrängt und vor mir versteckt und habe die Ursache für den echten fühlbaren Schmerz auf „Nebenbaustellen“ verlagert. Eben das Retten der Welt, der Bienen, meiner Partnerin, der Menschheit… alles mögliche…

Es war alles nur Verdrängung und Vermeidung! Ich hatte zu große Angst mich mit dem echten Schmerz in meinem Leben auseinander zu setzen. Ich hatte meinen Intellekt benutzt um mich gegen mich selbst zu entzweien, ein Ego- Spiel das mich fast in den Suizid getrieben hätte. Ein altruistischer motivierter frei Tot, der Gipfel der ankonditionierten inneren Verdrehung.

Diese Erkenntnis ließ mich vollkommen ausgebrannt zurück. Jetzt hatte ich gar keinen Grund mehr zu Leben. Die Dinge die mir das Leben vermiest hatten  (System, meine Ex) konnte ich nicht ändern. Auf Grund meiner mentalen Verfassung hatte ich faktisch nicht die Kraft ein weiteres mal aufzustehen und neu anzufangen. Mein Boreout-Syndrom wandelte sich zu einer Depression. Weitere Erkenntnis aus dem Ganzen: „Wenn du aufhörst zu vermeiden, zeigt sich dein wahres Problem!“.

Und was zum Henker war der Sinn von alledem? Was soll ich nur auf diesem Planeten? Die guten Positionen sind besetzt und das Märchen vom hocharbeiten glaubte ich schon lange nicht mehr. Warum werde ich vom Leben derartig widerwärtig in meinen Möglichkeiten eingeschränkt? Eine bleierne Gefühlskälte und eine absolute Sinn und Hoffnungslosigkeit waren meine täglichen Begleiter. Ich wurde mehrfach von teilweise völlig fremden gefragt warum ich einen derartig tief traurigen Blick habe.

„So sieht man nun mal aus wenn man jeglichen Sinn und jegliche Hoffnung verloren hat.“ 

Der Schlüssel, öffne dein Herz

Es dauerte dann noch weitere 1 1/2 Jahre intensiver, täglicher Fleißarbeit. Ich fing an mich gezielt um meine echten Baustellen zu kümmern. Das Leben fühlt sich für normal nämlich über alle maßen gut an. Wenn man denn den Rhythmus des Lebens im Herzen spüren kann. Heute weiß ich, dass ich ihn damals nichts mehr fühlen konnte, weil mein Herz komplett verschlossen war mit gigantischen Blockaden. Daher ist das Erste was ich heute mit depressiven Menschen mache, Herzblockaden bearbeiten.

Dazu sei gesagt, dass es beim Herzblockaden auflösen häufig um eine mühsame und äußerst unangenehme Arbeit geht. Grundsätzlich kann man sagen: „Alles was durch Liebe zerstört wurde, muss mit Liebe wieder in Balance gebracht werden.“. Das gilt für den ersten Liebeskummer genauso wie für vorenthaltende und als Werkzeug missbrauchte Kinder.

Durch das ändern und reparieren unserer Baustellen verändern wir unser Glaubenssystem auf eine Art, dass wir uns automatisch eine vollständig neue Realität erschaffen. Das wirkende Prinzip dahinter ist das Prinzip der Resonanz. Erst wenn wir Aufhören unseren Schmerz festzuhalten, können wir im Inneren eine Form von Frieden kultivieren der zwangsläufig entsprechende Umstände im Außen mit sich bringen muss!

Rette dich selbst, dass ist mehr als genug Arbeit

Am Ende der Kette heißt es und das war das Wichtigste zu verstehen… Rette dich selbst, dann rettest du die Welt. Wenn dein Spiegelbild lächeln soll, musst du anfangen….

Deine Mitmenschen werden sich aufgrund deiner Wandlung entweder von dir abwenden oder an deinem Beispiel erkennen, dass du auf dem richtigen Weg bist. Das wiederum hinterlässt einen deutlich sichtbareren Eindruck, als jedes noch so gut gemachte Video, jeder noch so nett geschriebene Blog-Artikel. Wenn du mit dir im Reinen bist, ist das für deine Umwelt fühlbar. Und wer weiß, vielleicht fragen sie dich eines Tages von sich aus, ob du erklären kannst wie du deine Welt gerettet hast.

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