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Treppe im Wald

Ganzwerdung ist ein „glaubwürdiger“ Prozess

Seit über 14 Jahren beschäftige ich mich jetzt schon mit dem menschlichen Geist. Und natürlich habe ich mich dabei gefragt was den im Kern nun Entwicklung, Reifung oder auch Ganzwerdung ist. Die Antwort hat mich damals dann doch etwas desillusioniert und gleichzeitig für einen Riesenschritt in Sachen Selbstermächtigung gesorgt.

Im wesentlichen geht es immer nur um eine Art von Prozess, der nach Vollendung glaubwürdig genug für uns ist, um die während des Prozesses erkannten Facetten der ganzheitlichen Erfahrung, annehmen zu können. Also eine Art raffiniertes Placebo das uns am Ende erlaubt, mehr von uns zu Lieben, anzunehmen und zu Leben. „Selbstheilung“ im Sinne von geistig seelischer Heilung ist nach meiner persönlichen Überzeugung reine Glaubenssache. 

Dieses Thema mit dem Wahn

Der erste Artikel diese Blogs behandelt das Thema Wahn. Für mich war die Erkenntnis vom Wahn damals ein großes „Aha“. 


Der Wahn beziehungsweise eine bestimmte Wahnvorstellung ist eine, die Lebensführung behindernde Überzeugung, an welcher der Patient trotz der Unvereinbarkeit mit der objektiv nachprüfbaren Realität unbeirrt festhält. Dies kann eine Störung der Urteilsfähigkeit zur Folge haben.

Wikipedia

Was ja eigentlich soviel bedeutet wie: „Jemand glaubt gegen jede Vernunft an etwas offensichtlich Falsches.“ Ein über alle maßen Eifersüchtiger Beziehungspartner zum Beispiel glaubt ständig, dass er betrogen wird. Die Urteilsfähigkeit ist eingeschränkt.

Noch etwas runder wird das ganze mit folgenden beiden Zitaten. Dabei geht es um Wahnarbeit und das Wahnsystem.

Ein sogenanntes Wahnsystem entsteht, wenn Ereignisse, Personen und Wahrnehmungen scheinbar alle zusammenpassen. Alles wird Bestandteil des Wahns und bestätigt die wahnhafte Überzeugung des Betroffenen. Es liegt ein systematischer Ausbau des Wahnsystems vor.


Dr. med. Julia Hofmann, Oktober 2010

Wahnarbeit bedeutet letztlich das Ausarbeiten des Wahns bis hin zum sogenannten Wahnsystem. Weitere Wahnideen, Sinnestäuschungen und Wahnwahrnehmungen scheinen den bestehenden Wahn zu unterstützen und zu bestätigen.
Der Erkrankte leistet Wahnarbeit, indem er unbewusst daran „arbeitet“, dass sein Wahn immer plausibler und „wahrhaftiger“ wird. Der Wahn wird immer breiter, und immer mehr Puzzleteile scheinen das Bild des Kranken zu vervollständigen. Alles wird so umgedeutet, dass es in das Wahnsystem passt.


Dr. med. Julia Hofmann, November 2010 – 

Falls du dich jetzt an die eine oder andere Diskussion mit Menschen zurückerinnerst, wirst du dieses „bauen von Wahnsystemen“ und „Wahnarbeit“ von anderen kennen. Oft genug können wir erleben wie ganze Gruppen von Menschen einem gemeinsamen Wahnsystem anzuhängen scheinen.

Wir sind alle Wahnsinnig

Religion, Politik, Fußball, oder eine Theateraufführung. Im Grunde geht es dabei immer nur darum, gemeinsam mit anderen eine gemeinschaftliche akzeptierte Wahnidee weiter zu verfolgen, in den Grenzen des jeweiligen Wahnsystems. Und solange man nicht der einzige Schalker in der Dortmund Fankurve ist, macht das ja auch Spaß und ist in Ordnung.

Ich möchte darauf hinaus, dass wir von dieser definiten sehr viel über den Menschlichen Geist an sich lernen können. Im Grunde lebt jeder Mensch 24/7 sein eigenes Wahnsystem aus. Häufig genug ist das Äußere Erscheinungsbild eines Menschen bereits ein erster Hinweis auf die Ausgestaltung seines persönlichen Wahnsystems. 

Es gilt immer das gleiche Prinzip. Wir fokussieren uns auf die Umsetzung einer Idee, was das Erarbeiten eines entsprechenden Wahnsystems nach sich zieht. Richten wir uns dabei nach den Naturgesetzen aus, sollten wir unser Projekt zum Erfolg bringen können. Ist ein Erfolg einfach nicht realisierbar, können wir davon ausgehen, dass wir unserem eigenen Wahn auf den Leim gegangen sind.

Das gesamte Wahnsystem bricht in sich zusammen, wen wir es ernsthaft vor dem Hintergrund der Realität betrachten und entsprechende Konsequenzen ziehen. Bricht es nicht zusammen, sondern lässt der Prozess sich harmonisch zum gewünschten Ende führen. ist er kein Wahn gewesen. 

Zurück zum Anfang… 

Ein Prozess zeichnet sich durch Anfang, Aufbau, Höhepunkt Abstieg und Ende aus. Im Grunde so wie ein Wirtschaftskreislauf. Das Leben ist immer nur ein Wechsel vom Sein zum Werden (zum Sein).  

Wir „sind“ also, starten einen Prozess (wir „werden“), der uns dann nach einer Schaffensphase wieder zu einem „Sein“ bringt. Und genau darum geht es auch bei der seelischen Selbstheilung. Wie oft ich schon nach einer erfolgreichen „Self-Session“ ungläubig darüber nachgedacht habe, warum ich mich jetzt besser fühle als noch vor zwei Stunden. 

Die Antwort ist einfach. Ich glaube nach der Session etwas anderes als davor. Und mein Glaube erzeugt dann eine dementsprechende Realität.

Menschen die während einer Anwendung davon überzeugt sind, dass es nicht funktionieren wird (oder darf), werden auch keinen Prozess starten oder Ko-kreieren, an deren Ende sie sich heiler fühlen. Ihr Prozess hatte von Anfang an die Ausrichtung zu keinem erfolgreichen Ergebnis zu kommen. Insofern ist die „nicht erfolgreiche Anwendung“ doch wieder ein erfolgreicher Prozess. 

Das entscheidende Kriterium

Das entscheidende Kriterium ist also die Glaubwürdigkeit des Prozesses. „War der Prozess anstrengend genug?“ ist eine häufige Frage bei der Glaubwürdigkeit vor uns selbst. Wie wir uns selbst diese Glaubwürdigkeit verstärken, ist wiederum genauso individuell wie jeder Mensch an sich. Ob das nun Globulis sind, eine Massage, Klangschalen, Räuchern, der Lieblingsheilpraktiker oder was weiß ich was es noch alles gibt. Sicherlich haben all diese Dinge ihre Wirkung. Am Ende der Kette war es aber meist der eigene Glaube die Grundvoraussetzung dafür, dass das Ganze auch funktioniert. 

Diese Erkenntnis ist Wichtig um zu verstehen, dass es keinen Doktor, Psychologen oder Schamanen braucht um die eigene Seelische Selbstheilungsmatrix zu starten. Es braucht Selbstvertrauen in die eigene Schöpfungskraft. Eben „glauben“ an die eigenen Prozesse, was mitunter wirklich anstrengend werden kann. Nämlich dann wenn der eigenen Prozess in Bereiche führt, die von außen betrachtet Wahnhaft aussehen. 

Schritt eins ist, zu verstehen, das Selbstheilung eine Form von bewusst gestartetem Wahn ist. Dieser wird solange verfolgt, angepasst und korrigiert, bis er zu einer größeren Wahrheit führt und somit kein Wahn mehr ist. Das Starten und Begehen eines solchen Prozesses kann mitunter sehr stark von dem abweichen, was als allgemein anerkannt gilt.  Dieses bewusste Starten von Prozessen ist genau das, worum es in der folgenden Artikel Serie gehen wird. Im nächsten Artikel möchte ich erläutern in „welche Richtung“ alle Prozesse gestartet werden sollten damit es Spaß macht. 

3 thoughts on “Ganzwerdung ist ein „glaubwürdiger“ Prozess

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