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draufsicht: Sich umschlingende Zweige (Polyamor)

Polyamor? Hab ich probiert. Eher unbefriedigend!

Wenn ich so über verschiedene „Spiri“ Beiträge und Artikel zum Thema Männer und Frauen lese krampft sich stellenweise mein Herz zusammen. Da kommen hoch emotionale Texte darüber was Mann doch alles falsch macht. Das Frauen Narzisstische Psychopathen sind. Männer die mit bunten Bildchen für eine „Polyamore Lebensweise“ werben und so weiter und so weiter.

Bitte versteht mich nicht falsch, ich habe all diese Irrungen und Wirrungen auch durchgemacht. Und ich spüre sehr genau das ich da in vielen Bereichen meine Lernaufgabe absolviert habe und nun aus einem übergeordneten Blickwinkel auf das ganze Thema schaue.

Notgeile Männer und Frauen

Ja es gibt sie. Die immer „flirtenden“ Männer und Frauen die im anderen Geschlecht hauptsächlich einen Sexual Partner erkennen. Sex ist eine schöne Sache und generell nicht verwerflich.

Ich habe mich mit 25 aufgemacht um die Frauenwelt zu erobern. Ich habe ungefähr 9-10 Monate gebraucht bis ich an dem Punkt stand die psychologischen Muster hinter dem Paarungsverhalten geschlechtsreifer Menschen vollständig begriffen zu haben. Damals wusste ich genau was ich in welchem Moment sagen muss, oder wie ich mich verhalten muss um die anvisierte Dame ins Bett zu bekommen. Und ich kann euch sagen, auf rein manipulativem Wege ist das kein Problem, solange die Dame selber einigermaßen manipulativ unterwegs ist. Da hilft auch kein Spirituell sein. Auf Stammhirn Ebene funktioniert Paarungsverhalten immer gleich und das Stammhirn schert sich relativ wenig um Spiritualität.

Ich hab mir damals meine Sehnsucht nach einem Polyamorösen Lebensstil befriedigt. Nach insgesamt 3 Jahren war ich ein vollständiges psychisches und seelisches Wrack. Das lag weniger an meiner flirterei, sondern mehr daran das der Mensch auf energetischer Ebene nicht darauf ausgelegt ist sich sexuell mit vielen verschiedenen Menschen zu verbinden, ohne dabei nicht entscheidende Dinge zu lernen. Dabei entstehen weitreichende energetische Verbindungen von denen 1-2 wahrscheinlich schon ausreichen würden um einem das eigene Leben gewaltig aus der Bahn zu werfen.

Polyamorie ist möglich wenn sie von Menschen gelebt wird, die ihre „Partnerschafts-Baustellen“ größtenteils abgearbeitet haben. Aber wer hat das schon?

Alles andere wird zwangsläufig immer wieder herbe negative Konsequenzen nach sich ziehen. Passt einem die aktuelle Lernaufgabe nicht, wird der Partner gewechselt. Kommt Verlustangst ins Spiel, fährt man einfach zweigleisig und hat so nichts zu verlieren. Neigt sich eine dieser Kurzzeitverbindungen dem Ende zu, wird es meist richtig unschön. Sich schnell eine neue suchen bevor man die alte in den Wind schießt ist da noch eine der harmloseren Widerlichkeiten.

Das schädlichste ist jedoch meiner Auffassung nach, dass Sex einfach als Ersatzbefriedigung für vollkommen andere Bedürfnisse herhalten muss. So beginnt ein Kreislauf aus Ausnutzen und Missbrauch zwischen Mann und Frau, der am Ende nur „Verlierer“ zurück lässt. Vollkommen gefrustet werden dann wieder Artikel geschrieben, generalisierte Erwartungen an das andere Geschlecht gestellt… und ewig dreht sich das Geschlechter Karussell.

Polyamor ist nicht die Lösung…

…sondern das Symptom. Es ist das Symptom eines verschlossenen Herzens. Ich war eigentlich nie lieblos. Im Gegenteil, ich habe die Liebe immer im meinem Leben an die erste Stelle gestellt. Der Trick ist jedoch das es eine Liebe sein muss die man für sich selbst empfindet.

Ich kann mich noch gut erinnern wie ich eines morgens neben meiner Eroberung wach geworden bin. Ich fühlte mich extrem unwohl in dem fremden Bett. Außerdem fühlte ich mich ausgenutzt und als ob ich mich selbst verraten und verkauft hätte. Ich war wieder einmal unterwegs um mich unter Wert zu verkaufen, Hauptsache es gibt Sex. Ich habe mich in diesem Moment so sehr vor mir selbst geschämt. Ich begriff, dass das nicht der Weg sein kann und krempelte meine Ansichten abermals um. Ich recherchierte und fand heraus das es natürlich schon früher Kommunen gab, in denen freie Liebe praktiziert wurde. Sie alle sind zusammengebrochen und die ehemals frei liebenden sind (bis auf 1-2 Ausnahmen) alle wieder in mehr oder weniger festen Beziehungen.

Polyamorie funktioniert nicht, weil ja am Ende doch wieder jemand etwas von jemandem erwartet. Das lässt sich auch nicht verhindern. Wir haben entsprechende Bindungshormone etc. pp. Die werden ausgeschüttet, ob du es willst oder nicht. Es mag sein das es einzelne Menschen da draußen gibt die Ihre Beziehungslernaufgaben gelernt haben und tatsächlich einen Polyamorösen Lebensstil verfolgen könnten, wenn sie denn andere Menschen finden würden die ihrerseits genau soweit sind in ihrer Entwicklung. Viel Erfolg.

In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle haben die Menschen lediglich ihre eigenen verkopften angelernten Moralvorstellungen über Board geworfen und lernen nun auf „Herzebene“ warum diese moralischen und ethischen Vorstellungen sinnvoll waren.

Wie es klappen kann, mit den wechselnden Partnern…

Ok, du willst nicht nur mit einer Frau oder mit einem Mann schlafen, dir dabei aber auch nicht die Seele zerfetzen? Hier kommt die Anleitung.

Finde jemanden mit dem du eine Verbindung spürst. Trefft euch, lernt euch kennen. Lernt warum ihr in Resonanz zu einander steht. Löst eure Konflikt behafteten inneren Baustellen auf, lernt was es zu lernen gibt. Wenn ihr es richtig macht, werdet ihr entweder irgendwann da stehen und einfach keine Anziehung mehr für einander spüren, oder aber die Anziehung wird so groß das ihr kein Interesse mehr an anderen Sexualpartnern habt.

In der Regel wird allerdings Variante eins eintreffen. Ihr werdet irgendwann erkennen das ihr diesen Menschen anziehend gefunden habt, weil er euch an euch erinnerte. Man resoniert immer mit den eigenen Anteilen im anderen. Insbesondere wenn du selbst deine aufgrund der Verbindung auffällig gewordenen Baustellen abarbeitest und der Mensch mit dem du grade verbunden bist nicht, wird auf kurz oder lang der Zeitpunkt eintreffen, an dem du merkst das sich die Resonanz aufgelöst hat.

Ich habe mehrfach erlebt wie sich die Resonanz zwischen mir und meiner aktuellen Partnerin einfach auflöste… Dabei lief das ganze vollkommen unkompliziert ab. Wir spürten beide das da einfach „die Luft raus“ ist. Häufig gab es nicht einmal einen besonderen Anlass. Nach einem schönen Wochenende fährt sie wieder nach hause. Es wird Montag und ich habe null Bedürfnis mich zu melden. Ihr ging es genauso. Es wurde Freitag, und keiner hatte das Bedürfnis den anderen zu sehen. Wir akzeptierten und gingen weiter unserer Wege. Wir können bis heute Kontakt haben und es gibt kein böses Wort, kein Vorwurf, nichts.

Häufig dauerte es 4-8 Wochen und ich traf die nächste Dame, bei der es ein aufflackern der Resonanz gab. Ich hab dabei niemals bewusst gesucht, Ausschau gehalten, angesprochen oder ähnlich. Nein, das „Schicksal“ hat uns einfach über den Weg laufen lassen, und es passierte. Dann wiederholte sich das Spiel. Ich lernte was es zu lernen gab und die Resonanz ging flöten. Die jeweilige Lernaufgabe war in der Regel mit der Erkenntnis verbunden das ich grade wieder einmal dabei bin ein Spiel meines Egos zu bedienen. Für sie galt genau das gleiche. Sobald wir diese Spiele durchschaut hatten, löste sich unsere Verbindung von allein (Karmische Verknüpfungen sind an der Stelle auch ein Thema).

Was ist jetzt das Fazit aus dem ganzen

Irgendwann war auch dieses drei Monats-Geschäft vollständig erledigt. Die meisten Lernaufgaben hatten mit Herzöffnung zu tun. Nachdem ich eine ungezählte Anzahl an „Herz Blockaden“ aus mir heraus geholt hatte, kam das Bedürfnis nach Sexualpartnern völlig zum erliegen. Der Gedanken das mich eine Frau die ich vielleicht erst 8-10 Stunden kenne an meinen intimsten Stellen berühren könnte schauderte mich. Und so folgte eine Phase von rund 1 1/2 Jahren mit fast inaktiver Libido. Nicht weil ich keine schönen Frauen kennenlernte, sondern weil ich mich voll auf ihre innere Herzens-Schönheit fokussierte.

Und wenn man das erst mal macht… huaaa ich kann euch sagen. So unglaublich viele schöne Frauen sind in Wahrheit unglaublich hässlich.

Letztendlich hat mich diese Fokussierung ziemlich direkt zu einer Frau geführt die dann tatsächlich mal länger als drei Monate passt. Eigentlich hat sie mich gefunden. Wir haben uns kennengelernt und arbeiten nun beide an unseren jeweiligen Baustellen. Dabei gilt das Prinzip des Förderns, nicht des Forderns. Wir sind uns beide auch alleine für uns gut genug und könnten auf einen Partner verzichten. Und gerade weil wir das können, können wir uns auch wahrhaftig so lassen wie wir sind.

Das ist die Grundlage auf der echtes Wachstum passieren kann. Interessanterweise scheint sich unsere Resonanz zu einander einfach nicht aufzulösen. Im Gegenteil, je weiter wir uns gegenseitig helfen unsere Baustellen zu erfassen und zu bearbeiten desto tiefer wächst das Verständnis für den anderen und desto mehr wachsen wir zusammen. Häufig sind wir sogar wieder richtig in einander verliebt wenn wieder mal ein großes Thema abgehakt werden konnte.

Polyamorie ist meines Erachtens das Symptom eines beziehungsunfähigen Menschen. Das Herz ist so vollgestopft mit Trauer, Wut, Angst, Scham und all den anderen negativen Emotionen die im zwischenmenschlichen Bereich auftauchen. Da fällt es schwer vertrauen zu zulassen. Sex will aber trotzdem jeder.

Ich habe mit wirklich vielen Frauen geschlafen. Wirklich glücklich, macht mich aber am Ende die Partnerschaft die auf echter Augenhöhe aufgebaut ist. Wir haben noch nicht einmal abgesprochen ob es Monogam oder Polygam sein soll zwischen uns. Diese Frage stellt sich einfach nicht.

Jede Forderung, jede Bewertung, jedes Spiel das wir mit dem anderen spielen, ist in Wahrheit ein Spiel das wir mit uns selbst spielen. Hören wir auf diese schrecklichen Spiele zu spielen, kann unser Herz seine echte Frequenz ausstrahlen und den Menschen anziehen der wirklich zu uns passt.

Alles andere sind unnatürliche rein menschliche Konzepte, die ihre Ursache in unbearbeiteten Trauma Kreisläufen haben.

1 thought on “Polyamor? Hab ich probiert. Eher unbefriedigend!

  1. Hallo,
    ich finde deine Erfahrung interessant, nur sehe ich das nicht als Polyamorie und die Schlussfolgerung ist nur ein Aspekt. Was du hier beschreibst ist meines Erachtens Polygamie, denn diese richtet sich auf die Sexualität, Polyamorie bezieht sich in erster Linie auf die Liebe.
    In der Polyamorie steht die Liebe im Mittelpunkt und Sexualität ist sekundär, es werden langfristige Beziehungen geführt, welche ein gelegentliches sexuelles Abenteuer nicht ausschließen, manchmal entsteht eine Zweitbeziehung oder es wird ohne Sexualität aber großer Intimität auch außerhalb der Zweierbeziehung geliebt.

    Das fundamentale Problem mit der sexuellen Treue ist, das es zwei Arten von Sexualität gibt. Die eine Form sucht vertrauen, Heimat, Sicherheit und Geborgenheit und die zweite Sehnsucht geht in Richtung Abenteuer, Fremde, Eroberung, ein Spiel mit dem Unbekannten und der Unterschiedlichkeit. Diese beiden Formen des sexuellen Bedürfnisses, können sich nicht in einem Menschen vereinen.

    Wenn ich höre, das über 80% der Männer in ihrem Leben eine Prostituierte aufgesucht haben, 50-90% der Menschen fremd gehen und keine noch so harte Strafe jemals jemanden davon Abgehalten hat, dann erscheint es mir als gesichert, das nur wenige Menschen sich innerlich auf nur einen einzigen Menschen beziehen wollen und können. Diesen Anspruch der Monogamie für alle anderen zu erheben, empfinde ich als verfehlt und nachgewiesenermaßen unmöglich. Gewiss wird das einen Anteil haben was du beschreibst, das ein tiefes Einlassen und Herzöffnen in heutigen Verbindungen fehlt, aber wir sind wo wie eben stehen. Wie diese nichtmonogamen Beziehungsformen aussehen, wie oberflächlich oder tief sie gehen, wieviel Herz und wieviel Trieb daran beteiligt sind, muss jeder selbst bestimmen. Ebenso wie jeder einzelne für sich die Frage klären muss, was sein Herz und sein Sein tatsächlich in der tiefe erfüllen.

    Liebe Grüße
    Leander Goswin

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