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Zimmerlampen im Wald

Konflikte balancieren

Im letzten Artikel ging es darum das unser Glaubenssystem im Wesentlichen aus drei Teilen besteht. Dabei ist der entscheidende Teil das „Körperbewusstsein“. Kernglaubenssätze werden hier gespeichert und wollen auch hier wieder in Balance und Harmonie gebracht werden.

Ein disfunktionaler Kernglaubenssatz wird in der Folge auch immer dafür sorgen, das alle Prozesse die auf ihm aufgebaut werden, nicht funktionieren werden. Im Falle des Glaubenssatzes „Wenn ich zu tief falle, verletze ich mich“ ist das auch gut so, denn alle weiteren Prozess die ein „fallen“ verursachen würden müssen um jeden Preis verhindert werden.

Konflikte als Basis für Glaubenssätze

Der Kernglaubenssatz „(dass die Eltern) Arbeiten gehen ist wichtiger als ich„, hinterlässt dagegen (möglicherweise) verherende Narben und Spuren.  Im weiteren Leben versucht der Mensch dann seine Realität auf diesem Glaubenssatz aufzubauen. Vermutlich wird er, nachdem er eine eigene Familie gegründet hat, fortan wie verrückt arbeiten, da er glaubt, so zeige man die Liebe zur Familie.  Ein gut funktionierender Arbeitssklave ohne eigenes Herzgefühl .

Diesem „Irrglauben“ liegt also eine in der Kindheit faktisch gemacht Erfahrung zugrunde, die als unumstößliche Wahrheit angenommen wird. Unabhängig davon ob sie wahr ist oder nicht. Es gibt also einen Konflikt im inneren des Kindes, welcher das innere Gefühl und die Außenwelt als nicht vereinbar darstellt.  Aus dieser Unvereinbarkeit (diesem inneren Konflikt) erwächst ein Ausweichverhalten, das in jungen Jahren noch funktioniert, im späteren Leben aber häufig eine Hybris an sich gegenseitig beeinträchtigenden Ausweichstrukturen hervorbringt.

Die „innere Leere“ ruft dann entsprechende Ausgleichsmechanismen auf den Plan. Man wird das gesamte Thema wirklich und letztendlich los, wenn auch der Kernglaubenssatz „Arbeiten ist wichtiger als ich“ balanciert wurde. Damit werden alle darauf aufbauenden Prozesse ebenfalls Balanciert. Es geht also im Kern darum, das das innere Kind für eine negative Erfahrung eine neue Bewertung übernimmt.

Das Drama -Dreieck

Ich hatte das Problem für all die Millionen Einzelkonflikte die man als Mensch so haben kann, ein einfaches Lösungsmuster anreichen zu wollen. Mittlerweile habe ich dafür etwas passendes erarbeitet.

DDas Drama-Dreieck als schematische Darstellung (mit 50% Weichzeichner)as Drama- Dreieck beschreibt welche Rolle Menschen in Beziehungen untereinander bewusst oder unbewusst einnehmen. Ich gehe noch ein Schritt weiter und betrachte auch Beziehungen zu Gegenständen mit der Vorlage des Drama- Dreiecks. Wer schon mal so richtig über seinen PC, das Telefon oder andere Geräte geschimpft hat, wird verstehen, das wir auch Beziehungen mit Gegenständen eingehen.

Dabei gibt es immer einen Täter, ein Opfer und einen Retter. Auch in Zweierbeziehungen. Häufig wird für die dritte Position dann eine Handlung oder etwas anderes eingesetzt. Zum Beispiel indem jemand dem Streit aus dem Weg geht, und die rettende Kneipe aufsucht.

Die Positionen können Sprunghaft wechseln. Zum Beispiel wenn das Opfer Plötzlich die unausstehlichen Schwiegereltern ins Spiel  bringt („rettendes“ Argument). Lässt sich der vorherige Täter dadurch in eine „Opferstellung drängen, wechseln die Rollen. Damit ist der Konflikt jedoch nicht gelöst, und die scheinabre Rettung sorgt nur für eine Verlängerung. Das Problem am Drama- Dreieck ist jedoch, das es nur den Abwärtseffekt beschreibt. Das Wort „Drama“ impliziert dies bereits.

Das Wachstums -Dreieck

Unterstellt man jetzt jeder einzelnen Position eine Liebevolle Handlungsweise, wird das ganze zu einem Wachstumsdreieck. Der Täter wird zum Sender. Das Opfer zum Empfänger und der Retter zum Kompensator, welcher Ungleichgewichte zwischen Sender und Empfänger kompensiert. Auch hier können die Positionen Sprunghaft wechseln. Jedoch bliebt die Gesamtausrichtung der Interaktion eine lebensbejahende und positiv förderliche.

Ich kann dir sehr empfehlen einfach mal deine aktuellen Beziehungen mit Hilfe dieses Prinzips zu beleuchten. An welcher stelle ist wer in welcher Form Opfer,Retter, Täter (Drama) bzw. Empfänger, Sender, Kompensator (Wachstum). Wir sind immer in einer der Positionen. Entweder bewusst oder unbewusst. Finden wir uns an einer Position wieder die sich unangenehm anfühlt, ist dies ein sicheres Zeichen für ein „Drama -Spiel“, in das wir verwickelt sind

Konflikte unterliegen einem Prinzip und haben ein Lösungsschema

Ich kann in diesem Artikel nicht gezielt auf einzelne Konflikte eingehen. Aber ich kann dir das generelle Schema hinter Konflikten und den Weg da heraus erläutern. Es gibt einen Weg, ein Drama -Dreieck in ein Wachstums -Dreieck umzudrehen. Dazu müssen alle beteiligten aufhören das zu tun was sie tun, innehalten und sich bewusst gegen das aufrecht erhalten des Konflikts entscheiden. 

Das bedeutet also das ein Täter sich darüber gewahr wird was er gerade tut. Gelingt ihm das, kann er sich bewusst dazu entscheiden mit dem was er „tut“ aufzuhören und stattdessen etwas „gutes“ tun. Er muss „friedlich“ bleiben.

Das Opfer muss erkennen das es sich in einer Opferposition befindet. Es kann sich bewusst dazu entscheiden dem Täter zu vergeben. Damit vergibt es sich im Endeffekt selbst sein verharren in eben dieser Position. Durch eine aufrichtige Vergebung wird die eigene Hilflosigkeit beendet. Das erarbeiten einer neuen Lösung wird möglich.

Der Retter muss seinerseits ebenfalls aufhören ständig einen der beiden retten zu wollen. Den der Retter im negativen Kontext, ist immer ein Retter der eben genau das nicht tut… die Situation retten. Durch seine einseitige Hilfe hält er den Konflikt genauso am laufen wie die anderen beiden Positionen. Er muss also lernen im vertrauen zu bleiben. Darauf vertrauen das die anderen beiden Positionen aufhören werden sich zu schaden. 

Daraus ergeben sich drei recht einfach Merksätze

Das Opfer vergibt. 

Der Täter geht und bleibt im Frieden.

Der Retter vertraut (auf den Fluss des Lebens). 

In der Praxis

Du kannst es jetzt sofort testen. Nimm den nächst besten Konflikt der dir grade in den Sinn kommt. Von mir aus der nörgelnde Chef. Stell dir die Situation vor, wie er dich annörgelt und du hinterher gereizt an deine Arbeit zurückkehrst. Vergegenwärtige dir die Situation am besten so sehr, das du den Ärger im Bauch fühlen kannst. 

Nun sage halb laut zu dir Selbst: „Ich bin im Frieden mit dieser Erfahrung. Ich vergebe mir und allen anderen beteiligten. Ich vertraue das alles genau so gut und richtig ist, wie es ist.“ Meine es auch so. Du kannst möglicherweise bei jedem der Sätze merken das du eine Art inneren Widerstand hast. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Je nachdem in welcher der drei Positionen des Dreiecks du dich  noch „verwickelst“, ist der fühlbare innere widerstand am stärksten. 

Möglicherweise kannst du dem Leben in Bezug auf deinen Chef einfach nicht vertrauen, schließlich siehst du ja was für eine Pflaume er ist und dein Job hängt von ihm ab.

Vielleicht magst du ihm nicht vergeben weil er wirklich oft unfair ist. 

Oder es fällt dir schwer die permanenten Rache und Kastrationsphantasien im Griff zu haben. Du magst einfach nicht im Frieden bleiben sondern möchtest ihm innerlich acht stunden am Tag den Hals umdrehen. 

Je nachdem, hast du nun schon eine recht klare Spur, in welche der drei Richtungen sich der Konflikt für dich gerade ausgestaltet. Schaffst du es, in dir alle drei Positionen, zumindest für dich allein auf „positiv“ umzudrehen, ist der Konflikt balanciert.  Aktuell beobachte ich noch genauer, ob „Opfer-Konflikte“ immer mit dem Körperbewusstsein zu tun haben. „Täter-Konflikte „mit dem Unterbewussten und „Retter-Konflikte“ mit dem bewussten Teil des Glaubenssystems (nach „Ich- Struktur). 

Ob deine Balancierung funktioniert hat kannst du unter anderem daran merken, das du möglicherweise körperliche Ausleitsymptome hast. Ein gähnen. Oder vielleicht musst du plötzlich und unerwartet spontan pinkeln. Das sind klare hinweise dafür, das auch das „Körperbewusstsein“ etwas „loslässt“. Es gibt weitere Indikatoren um den Erfolg der eigenen Balancierung abzuchecken. Dazu später mehr.

Emotionale Interferenz

Ich nutze hier zur Veranschaulichung ein Prinzip aus der Physik. Es geht um die Interferenz, genauer gesagt die „destruktive Interferenz“. Damit wird beschrieben wie sich „Wellen“ verhalten wenn sie aufeinander treffen. 


Interferenz tritt bei allen Arten von Wellen auf, also bei Schall-, Licht-, Materiewellen usw.
Löschen sich die Wellen dabei gegenseitig aus, so spricht man von destruktiver Interferenz. Verstärken sich die Amplituden, so spricht man von konstruktiver Interferenz

Wikipedia – Interferenz (Physik)

Ich weiß natürlich nicht, ob es sich bei inneren Emotionen tatsächlich um Wellen handelt. Jedoch kann man das der Interferenz zu Grunde liegende Prinzip auch auf Emotionen anwenden. Damit meine ich, das man eine negative Emotion mit einer Positiven Emotion „beschießen“ kann. Es wird der gleiche Effekt wie bei der „destruktiven Interferenz“ spürbar. Der emotionale Konflikt löst sich einfach auf. Er wurde „balanciert“. 

Man muss also nur wissen welche positive Emotion, welche negative Emotion Balanciert. Ich habe dafür eine Liste (Verhaltensbarometer). Noch viel entspannter ist aber die Nummer mit dem Dreieck. Sie ersetzt die Liste komplett.

In der Idee des „im Frieden bleibens“ oder des „vergebens“ stecken jede Menge Emotionen gesammelt mit drin. Eben alle Emotionen die es braucht um als Täter in die Position zu kommen Gutes zu tun. Genauso wie Vergeben alle Emotionen in sich vereint, die es braucht um aus einem Opfer wieder einen ebenbürtigen Menschen zu machen. Sich eben nicht mehr klein zu machen. Das gleiche gilt für die Idee des „ins Vertrauen gehens“. 

Aber nur weil ich aufhöre, hören doch die anderen nicht auf!

Logisch. Was bringt es wenn man selber vergibt, aber der Täter einen feuchten Furz darauf gibt und weiter macht. 

Für diesen Fall gibt es mehrere Optionen. Klassischerweise hört man selber ja einfach auf, das negative Spiel mitzuspielen. Häufig versuchen die anderen Mitspieler einen noch ein paar mal wieder reinzuziehen. Wurde die Lernaufgabe aber vollständig gemeistert, haben sie absolut keine Chance mehr dazu. Man selber ist einfach nicht mehr für dieses negative Spiel „anfällig“. Man verwickelt sich einfach nicht mehr. Keine Resonanz.

Für die anderen bedeutet das, das sie auf kurz oder lang entweder auch aufhören müssen, oder es findet sich ein neuer Mitspieler, der den eigenen alten Platz einnimmt.

Das könnte im Büro vielleicht bedeuten das, der Chef bei seinem nächsten Versuch, seine Ladung bei einem abzulassen, eine unerwartete Erfahrung macht. Da man selber diese Ladung einfach nicht mehr annimmt (weil der Urkonflikt balanciert ist), merkt auch der Chef, das ihm das Motzen nicht mehr die übliche Befriedigung bringt.

Wie ein Briefträger der einfach keinen Briefkasten mehr vorm Haus findet. Er selber wird da vermutlich gar nicht lange drüber nachdenken, sondern sich einfach den nächsten suchen, mit dem er seine ganz persönliche „Stress-Balancierungs-Strategie“ durchziehen kann.  

Falls das nicht klappt, wird es möglicherweise zusätzlich Zeit für einen neuen Job. Aber auch das sollte dir eigentlich sehr leicht fallen, den die inneren Konflikte, die dich gezwungen haben diese Arbeit zu machen, sollten ebenfalls erledigt sein. In manchen Fällen soll es sogar schon spontane Kündigungen durch den Chef oder spontane Jobangebote gegeben haben. Einfach so…

Fazit und Zusammenfassung

Im Wesentlichen ging es in diesem Artikel also darum, das alle Konflikte mit einem recht einfachen Schema durchleuchtet und verstanden werden können. Das „Konflikt“ lediglich bedeutet, das wir einen Prozess  verfolgen, der auf einer unwahren und somit  lebensverneinenden Grundlage gestartet haben. 

Hat man seinen Konflikt vollständig erkannt und durchleuchtet, lässt sich die damit zusammenhängende Dynamik stoppen und umdrehen. Und zwar indem jede einzelne Position von uns selbst nicht mehr im negativen Sinne gespielt wird.

Dadurch erhöhen wir unsere Schwingung dauerhaft und verlieren so die Resonanz zu den alten Konfliktpartnern oder Themen. Im wesentlichen geht es immer nur darum, eben jene ursächlichen Konflikte aufzustöbern und zu Balancieren. Und zwar in allen teilen des Glaubenssystems. 

1 thought on “Konflikte balancieren

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