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Fuß mit Tattoo

Die „Ich -Struktur“ als Grundlage zur Selbstoptimierung

Im ersten Artikel ging es darum, das wir in einer „Prozess-“ bzw. „Zeit- basierten Realität“ leben. Wenn wir also ein wie auch immer geartetes Ziel erreichen wollen, müssen wir einen Prozess starten der uns am Ende zu eben jenem Ziel bringt.

Im zweiten Artikel ging es darum das Prozesse die zur Ganzwerdung oder Entwicklung führen sollen, immer als lebensbejahende Prozesse gestartet werden müssen. Sowohl bewusst als auch von der unbewussten inneren Einstellung her. Es geht darum die Limitierung aufzulösen, die einen davon abhält, im Frieden mit allem zu sein.

Die „Ich -Struktur“

Im dritten Artikel möchte ich euch ein erstes gedankliches Modell und den absoluten Grundbaustein anreichen. Es geht darum das eigene Glaubenssystem zu verstehen. Wie kann man griffig und relativ einfach erklären, wie sich Glaubenssätze bilden und weiterentwickeln. Ich habe zu diesem Zweck das Model der „Ich -Struktur“ erdacht.

Anfangen möchte ich mit dem Körperbewusstsein. In meinem Modell der „Ich -Struktur“ gehe ich davon aus das unser Geist im Wesentlichen aus drei Bewusstseinsbereichen besteht. Dem Bereich den wir das „Bewusstsein“ nennen. Unser „Unterbewusstsein“ und das diesen beiden Bereichen zugrunde liegende „Körperbewusstsein“.

Das Körperbewusstsein

Dabei geht es darum das die ersten 6 Lebensjahre für die Prägung des menschlichen Grundgerüstes ausschlaggebend sind. Ungefähr ab dem sechsten Lebensjahr beginnen wir, die auf uns zukommenden Erfahrungen mit den Erfahrungen abzugleichen, die wir bis hier hin gemacht haben.

Je nach dem, wie unsere Grundprägung der ersten sechs Jahre ist, entscheiden wir uns neue Erfahrungen entweder ängstlich vermeidend, oder positiv annehmend zu begehen. So erklärt sich auch das Wiederholen der immer gleichen Muster im späteren erwachsenen Leben. Das sind nichts anderes als alte repetierte „Erfolgs-Muster“ aus der Kindheit (welche zu Misserfolg im Erwachsenen Leben führen).

In diesen ersten 6 Lebensjahren haben wir alles nötige an Grundwerkzeugen erlernt was wir brauchen um unseren Körper zu benutzen. Atmung, Stuhlgang, Bewegung, Sprechen… all das sind Vorgänge, die wir in dieser Zeit lernen und an den inneren Automatismus übergeben.  Speziell die ersten 2 1/2 bis 3 Lebensjahre liegen dabei meist als nicht aktiv abrufbare Erinnerung in unserem Gedächtnisspeicher. Im Normalfall beginnt unsere Erinnerungsfähigkeit ungefähr in der Zeit zwischen dem 2 1/2 und dem dritten Lebensjahr.

Alles was wir in den ersten sechs Lebensjahren lernen, wird ab dem sechsten Lebensjahr die Grundlage für neue Erfahrungen sein. Wenn wir also in dieser Zeit lernen das Konflikte nicht gelöst sondern vermieden werden müssen, ist das eine tolle Grundprägung für eine spätere Beziehungsunfähigkeit. Das bedeutet also im Umkehrschluss: Sind die ersten 6 Jahre >Ok<, sollte sich das im außen durch ein harmonisches Leben ausdrücken.

Das Körperbewusstsein ist die Basis für den Rest des Glaubenssystems

Diese ersten 6 Jahre im Leben eines Menschen fasse ich zusammen als die Basis der „Ich -Struktur“. Der ROM-Bereich der Festplatte. Hier werden alle Automatismen die den Körper betreffen gespeichert. Wenn wir uns also im erwachsenen Leben mit bestimmten selbst schadenden Automatismen herumärgern, lohnt sich der Blick auf die ersten sechs Lebensjahre. Wahrscheinlich handelt es sich in Wahrheit um einen negativ geprägten und im Körperbewusstsein gespeicherten Automatismus.

Im Körperbewusstsein sind die Kernglaubenssätze gespeichert, aus denen sich alles weitere formt.  Das Körperbewusstsein ist die erste Instanz wenn es darum geht die kostenlos durch uns fließende Lebensenergie in einer Art von Wahrnehmbare Realität zu formen. Nachdem das Körperbewusstsein also alle Informationen die kommen aufnimmt, verarbeitet und dann weiter gibt, gelangen sie ins Unterbewusstsein.

Das Unterbewusstsein

Hier läuft alles schon sehr viel feiner ab. Es geht nicht mehr darum rudimentäre Sinneswahrnehmungen zu verarbeiten, sondern es wird scharf differenziert. Die Ketten von Glaubenssätzen die sich gegenseitig an- triggern werden länger und komplizierter.

Das Unterbewusstsein prägt sich in seiner Grundstruktur hauptsächlich in der Zeit nach dem 6 Lebensjahr bis ungefähr Mitte 25 am Meisten. Logischerweise entwickelt es sich stetig mit dem Älter werden mit. Jedoch lassen sich Grunderfahrungsmuster die bestimmend für unser unterbewusstes Denken und Handeln sind, sehr häufig in der Zeit der Pubertät und den frühen zwanziger Jahren ausmachen. Diese unterbewussten Muster sind beeinflusst durch die Muster des Körperbewusstseins und beeinflussen direkt unser bewusstes Denken und Bewerten.

Auch hier bitte ich darum zu beachten, dass ich hier keine exakte Wissenschaft präsentiere, sondern ein stark vereinfachtes Model, welches ich aufgrund häufiger Nachfrage verschriftliche. Während der späteren Arbeit am eigenen Glaubenssystem geht es darum Konflikte aus der Gegenwart anhand der eigenen Story bis in die Kindheit zurück zu verfolgen. Es ist wichtig zu verstehen, das die hartnäckigen Kernglaubenssätze, die „Automatismen“ wenn man so will, im Körperbewusstsein hinterlegt sind. Dazu arbeitet man sich aus dem „Heute“ zurück bis in die Pubertät und anschließend in die ersten 6 Lebensjahre.

Die Spitze der Pyramide, das „Bewusstsein“

Abschließend der eigentlich unbewussteste Bereich, des so genannten Bewusstseins. Also eben das, was wir als „Fahrgast dieses Körpers“ bewusst ganz oben mitbekommen. Das Bewusstsein darf zwar (zu einem bestimmten Teil) bestimmen was gegessen wird, bei der Mitsprache zum Thema Entsorgung hat es aber eher weniger mitzubestimmen. Was raus muss, muss raus.

Der Neurowissenschaftler Gerhardt Roth von der Universität Bremen schätzt, dass uns nur 0,1 Prozent dessen, was das Gehirn gerade tut, bewusst wird. Den Rest verarbeitet das Gehirn unbewusst. „Wir“ sind die letzten, die erfahren, was unser Gehirn vorhat und wie es uns „beeinflusst“.

Klingt kompliziert…

Naja, kompliziert ist relativ. Es ist tatsächlich dreimal einfacher jemandem eine solche Auflösung in der Praxis zu demonstrieren, als eine theoretische Beschreibung zu geben. Wenn du am Ende dieses Artikels verstanden hast, das sich Glaubenssätze dann effektiv ändern lassen, wenn man die dazugehörige prägende Erfahrung in der Kindheit „erlöst“, ist eigentlich schon das Wichtigste hängen geblieben.

Aus diesem Verständnis heraus entwickeln sich dann alle weiteren Schritte. Für heute soll das aber bis hier hin genügen. Mit Ich -Struktur ist im wesentlichen also ein Aufbau des eigenen Glaubensgebäudes in drei Teilen gemeint. Diese Erkenntnis hilft zu verstehen warum wir Konflikte im „Heute“, in der „Pubertät“ und in der „Kindheit“ suchen und auflösen müssen. Es geht darum, die sich selbst repetierenden Muster, welche in der Kindheit erzeugt, angelegt und als Automatismus gespeichert wurden, zu erkennen und im gesamten Glaubenssystem zu harmonisieren.

2 thoughts on “Die „Ich -Struktur“ als Grundlage zur Selbstoptimierung

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