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Gehe ich zu einem „Heiler“ oder besser zu einem Therapeuten?

Gehe ich zu einem „Heiler“ oder besser zu einem Therapeuten? Ich kann mir vorstellen, das Menschen sich diese Frage öfter stellen. Der Heilpraktiker XY spricht mich mit seiner Therapiemethode an, aber ist das denn auch fundiert? Sollte man nicht besser zu jemandem gehen, der sein Fach gelernt hat? Was sind überhaupt die Unterschiede?
Als Laie steht man vor einem mittlerweile riesigen Angebot und es ist schwer einen Überblick zu bekommen und zu behalten. Im folgenden Artikel schildere ich dir meine bisherigen Eingebungen zu diesem Thema.

Psychiatrie und Psychotherapie

Psychiater haben einen jahrelangen Bildungsweg absolviert und haben ein enormes Wissen. Zu beachten ist das im Bildungsweg selbst bereits eine ideologische Prägung enthalten ist. Erfahrungsgemäß haben Menschen kein besonders großes Interesse daran sich ihrem Schatten zu stellen. In der großen Mehrzahl wird wahrscheinlich bis heute noch nach einer schnellen „Pillen-Lösung“ gefragt. Dementsprechend wird häufig medikamentös behandelt. Ohne die entsprechende Nachfrage gäbe es hierfür keinen Markt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Psychiater lediglich die medikamentöse Behandlung fachgerecht durchführen, die Arbeit mit dem Klienten aber eher zweitrangig ist. Es geht nicht um Ursachen-auflösung, sondern Symptom-unterdrückung.

Ich persönlich habe nicht die nötige Erfahrung, um ein abschließendes Urteil über die Arbeit von medizinischen Psychotherapien fällen zu können. Ich bin mir sicher wie in jeder Gruppe von Menschen wird es auch hier goldene Beispiele für hervorragende Arbeit geben, aber auch schwarze Schafe, denen man besser sofort die Zulassung entzöge. Vielen Menschen kann durch die fachmedizinische Psychiatrie und Psychotherapie geholfen werden. Viele werden aber auch schlicht und ergreifend nicht erreicht und medikamentös ruhig gestellt nach Hause entlassen.

Mir ist wichtig festzustellen, dass ganzheitliche Konzepte häufig bekannt sind, aber einfach keinen Eingang finden. Die Geisteswissenschaften haben an dieser  Stelle sehr mit dem Systematisierungswahn zu kämpfen. Symptome müssen zu Krankheiten (Syndromen) zusammengefasst werden und mit einer möglichst schnellen, billigen und einheitlichen Therapie geheilt werden. Dementsprechend wird eine Schablone angelegt und der Rest aussortiert. Die aussortierten Therapieverfahren wiederum finden keinen Eingang mehr in die Ausbildung als gesamtes. Ein Therapeut, der sich nicht selbst motiviert aus- und fortbildet, wird für viele Ansätze blind werden.

Ich bin mir sicher, das viele hauptberufliche Therapeuten sich in der Misere wiederfinden, eigentlich anders arbeiten zu wollen, es aber einfach nicht können oder dürfen. Einen solchen Therapeuten zu finden dürfte aber ein Glücksfall bleiben, denn auch die Terminkalender der besagten schwarzen Schafe sind bis zum Rand gefüllt.

Der verhaltens-therapeutische Ansatz

Hierbei geht es um eine Therapie ohne den Einsatz von Medikamenten. Im Kern wird geschaut, wie die Auslöser verschiedener Verhaltensweisen aussehen, und wie diese effektiv „abtrainiert“ werden können. Wer hier einen guten Therapeuten erwischt, kann große Fortschritte für sich erzielen. Leider ist mir kein von Krankenkassen bezahlter verhaltenstherapeutischer Ansatz bekannt, der sich im Kern um die Auflösung von Konflikten bemüht, also die Ursache ausheilt. Das dies möglich ist, wurde mittlerweile millionenfach bewiesen. Dazu braucht es allerdings mehr Zeit, Verständnis und den Willen des Klienten. Insbesondere der Faktor Zeit passt nicht in eine eng gesteckte finanzielle Planung.

Mit großer Freude habe ich allerdings einige Privat Kliniken finden können, die mit der Zeit gehen und anfangen ganzheitliche Konzepte anzubieten.

Der ganzheitliche Ansatz

Darunter verstehe ich das Einbeziehen des Menschen als Ganzes, also Körper Geist und Seele. Dabei sollten medizinische Diagnosen natürlich von entsprechenden Profis behandelt werden. Der Klient muss als Patient mündig und präsent sein. Er sollte keine Behandlungen ohne genaue Kenntnis einfach über sich ergehen lassen. Die behandelnden Ärzte sollten als „Gesundheits-Partner“ betrachten werden, nicht als Halbgötter im Kittel, und auch nicht als die Schlachtergesellen der Pharmakonzerne. Ich wurde noch nie mit vorgehaltener Waffe gezwungen ein ärztliches Heilangebot anzunehmen.

Die Gruppe der Menschen, denen die medizinisch-psychologische Arbeit nicht hilft wird immer größer. Häufig fühlen sich Menschen mit korrekt eingestellter medikamentöser Behandlung und Diagnose allein gelassen. Sie merken, dass sie sich immer weiter von sich zu entfernen scheinen, während ein Absetzen der Medikamente von Seiten des behandelnden Arztes häufig nicht einmal angedacht ist. Das Medikament IST die Therapie.

Fragen wie: „Woher kommt dieses negative Gefühl? Warum ist es stärker als ich? Bin ich verrückt? Wie bekomme ich das weg, sodass ich auch keine Medikamente mehr brauche?“ Konnte mir keiner der sieben Therapeuten die ich im Laufe der Jahre freiwillig konsultierte beantworten. Wenn ich dann anfing, Fragen über außer-körperliche Erfahrungen zu stellen, wurden die Gespräche teilweise unfreiwillig komisch. Während ich als „Betroffener“ da sitze und staune, erklärt mir ein Therapeut ernsthaft, dass es so etwas nicht gäbe und es sich hierbei um Sagen Geschichten handele. Aha, Interessant, vielen Dank.

Allein das einfache erklären von Zusammenhängen und Mechanismen der Psyche kann schon enorme Fortschritte beim Klienten erzielen. Und genau das ist für mich der entscheidende Punkt im ganzheitlichen Ansatz. Der Mensch wird vom ersten Moment an darin unterrichtet, wie er sich selbst zu verstehen hat. Der Weg zur „Heilung“ ist der Weg zu dir. Wenn du krank bist, brauchst du einen Mediziner, wenn du „Du“ sein willst, einen Heiler. Willst du passiv bleiben und dich behandeln lassen, oder aktiv werden und selber Handeln? Das ist die erste Frage, und entscheidend für deinen weiteren Weg ist.

Der Markt der freien Therapeuten

Der Markt der freien Therapeuten, Heilpraktiker, Schamanen, Energetiker, Coaches und Lebensberater ist bereits relativ groß. Am ehesten findest du den passenden für dich, indem du dich ausgiebig damit beschäftigst, was denn eigentlich im Kern dein Problem ist. Sammel deine Symptome (ja auch Schlaflosigkeit oder Lethargie sind Symptome) und erkenne, was sie im Gesamten über dich erzählen. Solltest du damit Probleme haben, benötigst du einen Berater. Kennst du bereits die Ursachen und suchst jemanden, der dir hilft, die ursächliche Blockade auszubalancieren (kommst du zu mir 😉 ) solltest du in die entsprechende Richtung recherchieren.

Ich persönlich habe mich dabei immer sehr von meiner Intuition leiten lassen. Meistens gab es hierfür öffentliches Videomaterial, welches mir half ein Gefühl für den entsprechenden „Heiler“ zu entwickeln. Wenn seine Sprache von mir verstanden wurde und seine Herangehensweise in meine Ganzwerdungsphilosophie passte, waren das in der Regel gute Indikatoren. Letztendlich kannst nur du wissen, was dir fehlt und nur du bist für dein Vorankommen verantwortlich.

Das gesamte Angebot der einzelnen Kolleginnen und Kollegen hier darzustellen würde den Rahmen dieses Artikels mehr als sprengen.

Was den nun? Heiler oder Psychiater?

Das kommt in erster Linie auf deinen persönlichen Ansatz an. Kommt für dich ein medikamentöser Ansatz in Frage? Bist du jemand der sich für den verhaltenstherapeutischen Ansatz begeistern kann? Oder arbeitest du sowieso unabhängig an deiner Gesundheit, und weißt aufgrund deiner eigenen Recherche wo der Schuh drückt? An diesem Punkt spielt natürlich auch das Geld eine wesentliche Rolle.

Falls du die ersten zwei Fragen mit Ja beantwortet hast, solltest du dich als erstes mit deinem Hausarzt unterhalten. Schildere ihm deine Symptome und lasse dich von ihm zu entsprechenden Fachkollegen überweisen. Gleichzeitig solltest du deine fünf Beratungsstunden nutzen, um Termine bei fünf Psychotherapeuten zu machen. Besuche alle fünf und bleibe bei dem der, dir am ehesten zusagt.

Kümmerst du dich sowieso eigenverantwortlich um deine Gesundheit und hast die normalen medizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft, empfehle ich dir mehrere (meist kostenlose) Beratungsgespräche bei freiberuflichen Therapeuten oder „Heilern“ zu buchen. Häufig können sich diese Menschen aus eigener Erfahrung in dich einfühlen und dir eine sehr viel gezieltere und umfassendere Behandlung zukommen lassen. Auf lange Sicht spart dir das wiederum Geld, vor allen Dingen aber auch Zeit. Denn das ist doch eigentlich das, worum es wirklich geht. Qualitativ hochwertige Lebenszeit.

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