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Ein großer Waldpilz neben den Füßen einer Waldelfe

Erwacht? Erleuchtet? Oder doch „Normal“?

Aktuell fallen mir immer wieder an verschiedenen Stellen Beiträge zum Thema „Erwacht sein“ auf.  In letzter Zeit häufiger ob man den Erwacht oder Erleuchtet ist. Dabei gibt es keine einheitliche Europäische DIN Norm, so dass man nur in den ICD-13 für transformatorische Symptome schauen müsste um anschließend mit Hilfe der beigelegten Vergleichsschablone abzuchecken, zu wie viel Prozent man erwacht ist.

Kategorie: Schlafend, Bewusstlos

Na da haben uns die letzten paar Jährchen ja mal ein paar nette neue Umgangsfloskeln beschert. Erwacht, Schlafschaf, Gutmensch, Aluhut und was es da noch alles für Klassifizierungen gibt. Grundsätzlich bin ich kein großer Freund von solchen Einteilungen. In manchen Gesprächskontexten sind sie aber sinnvoll und zielführend.

Mit schlafend ist in der Regel ein Mensch gemeint der zwar aus dem Elternhaus entwachsen ist, aber niemals angefangen hat sich so zu verhalten. Die Konditionierungen aus der Kindheit und dem Heranwachsen werden unreflektiert weiter gelebt. Dabei wird in der Regel auch nicht wahrgenommen welche Konsequenzen insbesondere egoistisches Verhalten hat. Solche Menschen verlassen sich nach wie vor darauf das Mama und Papa unfehlbare Menschen waren und Ihnen das irgendwann mal so erlaubt haben. Daher ist ihr Verhalten auch nicht egoistisch sondern „man macht das nun mal so“. In eng gesteckten Grenzen ist ein eigenständiges Denken möglich. Werden diese Grenzen jedoch überschritten hat dies meist dramatische Folgen die mit viel Schall und Rauch um nichts einher gehen.

…die Vermeidungsstrategie…

Dabei wird im Kern nie etwas geändert, denn genau dazu sind diese dramatischen Manöver nötig. Sollte tatsächlich mal eine wie auch immer geartete Information im Leben dieser Menschen auftauchen, die Ihnen eigentlich klar machen müsste das es so nicht weiter geht, wird der Übermittler der Information oder auch die Information selber diskreditiert (Artikel: Kognitive Dissonanz). Auf solche Art unschädlich gemachte Informationen müssen dann nicht mehr ernst genommen werden. Und am Ende der Kette bleibt dann also nichts weiter, als viel Schall und Rauch und ansonsten gar nichts.

Schlafende Menschen wollen und sollten auch nicht „geweckt“ werden. In der Regel bedarf es 80% Aufwand um 20% Erfolg zu erzielen. Dieser Erfolg fußt dann aber auf dem Tun des Aufweckenden. Das wiederum bedeutet das der Weckende lediglich seine Energie in den Schlafenden umgeleitet hat. Der scheinbar Wache wird also wieder einschlafen wenn der Weckende nicht mehr präsent ist.

Das Positive sehen und nutzen…

Jeder Mensch hat das Recht sich solange mit den Konsequenzen seiner Entscheidungen zu konfrontieren, wie er es braucht um die Motivation zu finden in Zukunft etwas grundlegend anders zu machen. Der schlafende Mensch ist im wahrsten Sinne des Wortes „Bewusstlos“. Hat man diese Vorgänge vollständig verstanden, akzeptiert und adaptiert, kann man tatsächlich die bereits vorhandene Hypnose nutzen um solche Menschen aus dem eigenen Leben raus zu halten. Durch ihren eigenen, unbewussten Verdrängungsmechanismus halten sie sich von ganz allein von einem fern. Das erspart Energie raubende Absagen zu Familienfeiern, treffen mit sogenannten „Freunden“ oder andere Veranstaltungen auf die man schon immer verzichten konnte.

Erwacht

Heute bezeichnet sich eigentlich jeder als „Erwacht“, der sein Denken aus dem Elternhaus grundlegend über Board geworfen hat. Informationen werden sehr viel selektiver gefiltert. Es gilt nicht mehr „Was von Mama oder Papa (Staat, Schule, Arzt, Medien) kommt hat immer Recht“. Vielmehr wird unter den erwachten mehr recherchiert und den Dingen auf den Grund gegangen. Im allgemeinen herrscht Konsens darüber, das „Zurück zum natürlichen“ wahrscheinlich der richtige Weg ist.

Wie sich das im Einzelnen ausgestaltet bleibt natürlich jedem Selbst überlassen. Die Schwerpunkt liegt auf „Eigenverantwortlichkeit“ und einem „liebevollen“ Miteinander. Sie alle scheinen gemein zu haben das eine gewisse Asychronizität  zum vorherrschenden Herzschafts- und Gesellschaftssystem besteht. Diese Inkompatibilität ist eine direkte Folge des selbstständigen Denkens. Dabei richtet sich die Kritik im Kern nicht an das herrschende System an sich, sondern an die Entmenschlichung in ihm.

gelebte Selbstliebe als Maßstab

Die Gemeinde der Erwachten wächst täglich. Dieser Umstand fördert einige interessante strukturelle Facetten zu Tage die es zu betrachten lohnt. Im Wesentlichen durchlaufen alle Erwachten die gleichen Prozesse, lediglich die Kulisse des Geschehens ändert sich. Die Dauer des „erwacht Seins“ lässt dabei nicht unbedingt Rückschlüsse auf die tiefe der Klarheit zu. Viel mehr ist ein anderer Faktor deutlich entscheidender dafür wie „Wach“ jemand ist. Nämlich, wie sehr er in der Lage ist sich selbst wahrhaft zu lieben.Wer viel Zeit und Mühe investiert könnte auf der Grundlage  „wahrhaftig gelebte Selbstliebe“ tatsächlich einen Fragenkatalog mit Antwort Schablone und prozentualer Ausrechnung des „Erwachtseinsgrades“ entwickeln. Problematisch könnte sein das die Skala bisher noch nach oben offen ist.

Der ausgefuchste Erwachte hat natürlich schon lange verstanden, dass er sich weniger auf die Worte sondern viel mehr auf die Taten der Menschen fokussieren muss, um zu erkennen in welchem Spiel er sich gerade befindet. So kann man beispielsweise Erwachte beobachten die besonders laut und erwacht weiter schnarchen können. Und während man sich noch darüber amüsiert, erwischt man sich dabei wie man die Snoozle-Taste am Bewusstseinswecker drückt (Grmpf, nicht schon wieder). Aus Gründen die ich aus Platzmangel hier nicht weiter ausführen möchte, läuft also jeder Erwachte ständig Gefahr unbewusst wieder kurzzeitig „weg zu nicken“ und „die anderen“ mit seinem Geschnarche zu verunsichern.

Das „Reibe Spielchen“

Die Hauptdisziplin des Erwachten heißt bewusstes „Reiben“. Und zwar jeder mit jedem, so lange und so heftig, bis es keinen Spaß mehr macht und sich am Ende vollständig erschöpft.  Die dabei entstehende Hitze wird direkt zur Transformation genutzt. Ein Vorgang der mit ein paar Jährchen Übung zum Automatismus wird. Dem einen gelingt dies besser, dem Anderen schlechter. Und so bilden sich ganz harmonisch innerhalb der erwachten Community verschiedene Interessengemeinschaften(Chemtrails, Flache Erde, hole Erde, 5D-Erde). Die einen wollen das Geldsystem abschaffen und die anderen retten, mit kreativem Veganismus die Welt (die Fortgeschrittenen machen beides). Die jeweiligen „Themen“ dieser Gruppen laden zu weiteren Reibespielen ein. Dabei muss es innerhalb der jeweiligen Community nicht zwangsläufig um das Gruppenthema gehen. Gerieben wird jeder, zu jeder Tag- und Nachtzeit, Digital, Real, mit Händen und Füße, Handys und Aluhüten, und teilweise sogar körperlich aggressiv.

Dabei erkennt der einzelne, der nach langen Reibereien endlich des Spiels überdrüssig geworden ist, dass er sich selbst zu sehr liebt, als das er noch weiter mitspielen wird. Die Motivation löst sich auf und mit ihr das gesamte Spiel, falls sich keine neuen Mitspieler finden. Wie sich die Regeln der Reibespielchen im einzelnen ausgestalten habe ich bereits in dem ein oder anderen Artikel beschrieben (Drama-Dreieck, unbewusster Krankheitsgewinn, kognitive Dissonanz, Wahn).

Der Erwachte ist zugleich meist auch ein stetig suchender. Er ist stetig auf der suche nach innerem Frieden (daher Reiben bis es Friedlich ist) und im besten Fall nach…

…Erleuchtung

Das Ende der Suche. Dabei wird die Erleuchtung vielerorts vermutet. Manch einer sucht sie in fernen Ländern… andere vermuten die Erleuchtung sei im Inneren bei der Quelle zu finden. Auch hier wieder das Problem der fehlenden DIN Norm. Das es so etwas wie „Erleuchtung“ überhaupt gibt wissen wir auch nur, weil einige berichten das sie sozusagen „spontan Erleuchtet“ wurden.

In Ermangelung dieser DIN Norm schauen einige dann in fernen Ländern in die Literatur der dort ansässigen Urvölker und entdecken dann so etwas wie eine „Indische Norm“. Diese ist zwar vortrefflich dokumentiert, hat aber den Nachteil das sie nicht so recht in einen westlichen Kopf passt. Und da man ja niemanden kennt der wahrhaft erleuchtet ist, scheint diese Erleuchtung ähnlich schwer zu finden zu sein wie das letzte Einhorn.

Die folge sind phantastische Vorstellungen davon was und wie diese Erleuchtung wohl aussehen mag. Das man in einem solchen Zustand von Lichtnahrung lebt und einen gedanklichen und möglicherweise auch körperlichen 24/7 Dauerorgasmus hat. Vielleicht löst man sich auch von seinem Körper um in den geistigen Gefilden ewig währenden Frieden zu finden (hört sich an wie sterben, wozu dann herkommen?). Ich persönlich habe mittlerweile überhaupt keine Vorstellung mehr davon, wie und auf welche Art sich diese ominöse Erleuchtung wohl ausgestalten mag.

dann wage ich mal eine Einteilung

Ich habe ja bereits einen Artikel geschrieben, in dem ich behaupte erleuchtet zu sein (Klick->Erleuchtung!). An dieser Stelle möchte ich diese Aussage gern etwas detaillierter ausgestalten.

In meinem Verständnis ist es so, dass ein Zustand der absoluten vollständigen durchgehenden Erleuchtung zwar existieren mag, aber nicht unbedingt das ist was sich jeder einzelne in seinen Seelenplan geschrieben hat. Ich unterscheide ob sich ein Prozess aktuell „in Erleuchtung befindet“ oder eben nicht. Direkte spirituelle Ekstase zustände sind meiner Ansicht nach immer nur Gipfel Erfahrungen welche sich nicht als dauerhaft gelebtes Lebensmodel eigenen. Das Leben hingegen ist natürlicherweise im stetigen Wandel. Wir „sind“, treffen eine Entscheidung zum „werden“, um dann wieder zu „sein“, um wieder ins „werden“ zu wechseln (Sein-werden-Sein-werden). Dementsprechend ist es auch nur logisch davon auszugehen das es bei der Erleuchtung um eine Art von Prozess geht. Beziehungsweise geht es mehr darum, ob sich der eigene aktuelle Prozess in einem erleuchteten Zustand befindet oder eben nicht.

Fazit

Ein festes einteilen in die generelle Kategorie „voll System integriert“ und „selbstständig agierend“ finde ich in Ordnung, wenn damit keinerlei Diskriminierung einhergeht. Das gilt meiner Meinung nach aber so ganz generell und im allgemeinen für jede Bewertung. Viel wichtiger ist für mich die Kategorie „liebevoller Mensch“ oder „liebloser Mensch“. Der Rest regelt sich dann meist sehr harmonisch von allein. Und falls dem mal nicht so ist, gibt es ja noch jede Menge Internetratgeber… 😉

Die Kategorie „Erleuchtet“ ist für die Praxis irrelevant. Ein wahrhaft suchender wird seine Wahrheit auch in den Worten eines „Schlafschafes“ finden. Letztendlich ist entscheidend, wie viele der eigenen Handlungen aus einer inneren tieferen Wahrheit motiviert ausgeführt werden. Der Grad der Umsetzung dieser echten natürlichen Wahrheit ist letztlich der Grad der eigenen Erleuchtung.

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