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Mann steht im dunklen unter überbelichteter Laterne; Erleuchtung

Erleuchtung! (Erfahrungsbericht)

Ich möchte in diesem Artikel beschreiben wie es zu meiner „Erleuchtung“ kam. Welche Ereignisse und Umstände voran gingen und warum das „Erwachen“ bei mir in der Art eingeschlagen ist wie es letztendlich ist.

Dazu brauchte es im Wesentlichen zwei Zutaten

Ich war damals 21 Jahre alt (2005). Ich bin in einer Christlichen Glaubensgemeinschaft aufgewachsen und habe sämtliche Regeln und Glaubensansichten dieser Gemeinschaft mit der Muttermilch in mich aufgenommen. Für dich lieber Leser ist dieses Detail wichtig, denn ich war damals ernsthaft davon überzeugt das ich meine „Belohnung“, welche ich nach dem Tot für ein aufrichtiges Leben erhalte, verspielen würde wenn ich mich versündige.

Ich war früh Verheiratet da Geschlechtsverkehr nur zwischen Eheleuten gestattet war. Und so verwundert es nicht weiter, wenn die meisten jungen Menschen innerhalb der Gemeinschaft bereits zwischen 21 und 25 heiraten. Dazu kommt das eine Scheidung nicht statthaft ist (außer unter ganz bestimmten Umständen) und als Sünde betrachtet wird.

Leider war meine Ehe alles andere als glücklich. Ich hatte also nicht nur das Gesellschaftliche „Stigmata“ zu befürchten wenn ich mich scheiden ließ, sondern zusätzlich noch einen entsprechenden Abstieg in der sozialen Hierarchie der Glaubensgemeinschaft und möglicherweise auch noch den Zorn Gottes in dessen Augen ich mich versündigte. Ich riskierte also mein „Leben nach dem Tot“.

Die zweite Zutat in der Erleuchtungssuppe

Und so ertrug ich die Stundenlangen Streits und Diskussionen wie ein störrischer Esel. Nahezu täglich flogen die Fetzen. Wir mussten aus zwei Wohnungen ausziehen, weil die Vermieter unsere Streiterei nicht mehr ertragen konnten. Es spielten sich wirklich unschöne Szenen ab, in denen wir beide uns nichts schenkten. Von Liebe konnte schon lange keine Rede mehr sein.

Eines Tages war ich bei meinen Eltern zu Besuch und entdeckte im Bücherregal „zufällig“ ein Buch. „Erfolg durch Positives Denken„. Ich war immerhin ehrlich genug um mir einzugestehen, dass ich alles andere als erfolgreich war. Meine Denkweise war auch nicht sonderlich positiv. Und wenn das alles nur mit dem Denken zusammenhängt, um so besser, dann ist das ja keine Arbeit. Also schnappte ich mir das Buch und fing an zu lesen.

Dem Autor Napoleon Hill möchte an dieser Stelle gern ein Lob aussprechen. Er versteht es in diesem Werk wenig zu belehren, sondern viel mehr sehr viele Beispiele für sich sprechen zu lassen. Dadurch kommt man gar nicht erst in die Versuchung ein „fremdes System“ zu lernen sondern begreift Stück für Stück das es an der gesamten Lebenseinstellung liegt, wie sich die Realität ausgestaltet. Die Lektüre schlug in meinem religiös, verkleisterten Kopf ein wie eine Bombe.  Ungefähr 2 Monate nach Lektüre des Buches hatte ich die Botschaft des „liebevollen“ Denkens soweit adaptiert, dass ich sogar beim Autofahren eine grüne Welle nach der Anderen bekam. Meine Intuition war derart verändert, dass ich seit dem nie wieder länger als 30 Sekunden nach einem Parkplatz gesucht habe. Ich komme immer Synchron mit jemandem an, der grade in der ersten Reihe wegfährt.

Und so übertrug ich die Kleinen aber mächtigen Veränderungen die eine „positive Geisteshaltung“ mit sich bringt Stück für Stück auf mein gesamtes Leben. Immer wenn mir etwas „negatives“ entgegen kam, fing ich sofort an im Kopf mindestens 5 positives Aspekte dieser scheinbar negativen Situation zu finden. Auf die Art trainierte ich mein gesamtes, inneres System von negativ zu positiv. Es ist wichtig das du, lieber Leser, an dieser Stelle verstehst, dass ich nicht nur ein Buch gelesen habe. Ich habe mein gesamtes Leben auf „Das positive Fühlen“ umgestellt.  Das Ganze wurde durch die ständige Wiederholung und das Dranbleiben zu einem positiven Automatismus der sich immer mehr und mehr verstärkte. Mein gesamtes Leben fing endlich an die positive Wendung zu nehmen, die ich mir immer gewünscht hatte. Dieser Napoleon Hill hat wirklich Recht.

Wenn da nur nicht der durchgehend angepisste Partner wäre…

WACH AUF!!

Eines Abends im Mai 2005 saß ich mit einem guten Freund in unserer Küche. Aufgrund der positiven Geisteshaltung die ich mir mittlerweile antrainiert hatte verliefen die Streitereien mit „Ihr“ mittlerweile anders. Sie stritt sich mit mir, während ich passiv da saß und versuchte die Verletzungen zu ignorieren die sie mir an den Kopf warf. „Eines Tages wird sie merken, dass Sie die Einzige ist die hier Krach veranstaltet.“ so mein Gedanke.

An jenem Abend saß ich also mit eben jenem Freund in der Küche. Sie kam im 10 bis 15 Minuten Takt aus dem Wohnzimmer in die Küche gestürmt um mir brühwarm ihren aktuellen, verletzenden Einfall verbal zu verabreichen. Das ich darauf nicht ansprang machte die Situation eher schlimmer als besser. Sie fühlte sich erst recht gereizt und hatte keinerlei Skrupel vollständig in das Niveau unterhalb der Gürtellinie zu verfallen. Sie fauchte wiedermal extrem vertrauliche Dinge in den Raum, Dinge die meinen Freund eigentlich nichts angingen. Respekt vor mir als Mensch oder meinem seelischen Innenleben gleich null. Es ging nur darum mich zu verletzen bis ich kotze!

Sie hatte grade den Raum wieder verlassen, als ich merkte das die letzten Sätze in ihrer Bitterkeit deutlich heftiger wirkten als ich es zulassen wollte. Mein Freund schaute mich zerknirscht mitfühlend an und sagte „Martin, hier rein, da raus“ während er mit seinen Fingern auf seine Ohren zeigte. Es war einer jener Sätze die er aus einem anderen Beweggrund gesagt hatte, als er letztendlich energetisch bei mir ankam. Irgendwas in mir nahm diesen Satz für bare Münze. Und obwohl ich spürte das ich mich gedanklich auf eine Art schwarzes Loch zu bewegte… so war ich durch meine Geisteshaltung willens in dieses schwarze Loch zu tauchen um das positive an diesem Streit zu finden.

Mein Universum hielt den Atem an

Ich fühlte mich wie ein Skispringer der grade im Begriff ist die ganz große Schanze zu springen, obwohl er nicht einmal weiß wie man Ski fährt. Ich erlaubte mir das Undenkbare zu denken. Was wenn die Menschen in der Glaubensgemeinschaft unrecht hatten. Was wenn es gelogen ist das ich mein „zweites Leben“ verwirke wenn ich mich versündige. Was wenn es so etwas wie Sünde gar nicht gibt. Wenn diese Frau sich hinstellen kann und mich noch unwürdiger als einen Straßenköter behandeln kann ohne dafür standrechtlich von Gottes Zorn mit einem Blitz erschlagen zu werden…

Dann darf ich auch Glauben das der Weg den diese Glaubensgemeinschaft geht nicht der Richtige ist… Das im Grunde alles gelogen bzw. alles wahr ist. Das es keine Verbote und Gebote gibt, sondern das ich mich in einer heftigen Lebenslüge befinde…

Und dann passierte es… Mein Geist fühlte sich an als würde er sich wie ein Schmetterling einfach aufklappen. Mein Gehirn schickte sich an, einen Salto im Schädel zu drehen. In mir bekotzte ich mich mit einem Schlag vor Glückshormonen. Es wurde schwarz vor meinen Augen und ich befand mich in einem unendlich großen Raum… Körperlos. Ich sah am nicht vorhandenen Horizont einen breiten goldenen Balken liegen…  Er raste mit enormer Geschwindigkeit auf mich zu und wuchs dabei zu einer immer mächtiger werdenden goldenen Welle in der Größe des Burj Khalifa heran. Sie bestand aus purer goldener Energie die wie züngelnde Flammenzungen den Korpus dieser Welle bildete. Immer größer und größer wuchs sie heran und überflutete mich schließlich mit ihrer gesamten Wucht. Und dann….

…dann war alles Liebe

Ich glühte in mir vor bedingungsloser Liebe. Jede Faser, jede Zelle, jedes Atom und jeder Gedanke. Alles bestand nur noch aus bedingungsloser Liebe. Man kann bedingungslose Liebe nicht verstehen wenn man das was ich da erlebte nicht erlebt hat. Ich glaubte vor Liebe zu vergehen und hätte keinen Augenblick gezögert es zu tun, wenn es möglich gewesen wäre. In diesem Moment verlor ich die Angst vor dem Tot und dem Vergänglichen. Mehr noch ich Begriff das, dass Leben an sich nur Leb-bar ist, weil alles vergeht. Alles in mir vibrierte, spürte und fühlte das ich gut bin so wie ich bin. Das „Gott“ im Grunde einfach nur will, dass ich seine unendliche Liebe für mich endlich genauso bedingungslos annehme wie er mich annimmt. Das ich in meiner unwissenden Arroganz wirklich geglaubt habe Gott würde sich tatsächlich wünschen, dass ich etwas mache was mir keine Freude bereitet… …und das wo ich doch die Freude selbst bin, wie verdreht kann man sein? Und genau das, und das kann ich dir mit 100% tiger Sicherheit versprechen, gilt für jeden einzelnen Menschen.  Wir sind so unendlich geliebt das keine Ausdrucksform dieser Realität das Ausmaß dieser Liebe je beschreiben könnte. Die Frage ist eher ob du imstande bist diese Liebe zu zulassen. Da ist sie immer!

Als ob das nicht schon gereicht hätte

Direkt im Anschluss wurden mir Dinge klar. Ich war noch immer in diesem „anderen Zustand“ und jemand drückte den Knopf für „Universelle Prinzipien downloaden“. Ein Gefühl als hätte ich eine wandernde Gänsehaut direkt auf dem Gehirn. Eine Flut an Bildern Gedanken und Emotionen durchschoss mich. Alles was ich bis dahin gelernt hatte, alles was ich gesehen, gefühlt und geschmeckt hatte, jede noch so kleine unbedeutende Sekunde eines Werbespots den ich im vorbeigehen irgendwo gesehen hatte, das alles war voll präsent, verband sich und bildete ein vollständig neues, größeres und harmonischer arbeitendes Netz. Von einem Schlag auf den nächsten entblätterten sich alle Geheimnisse der Welt vor mir. Nichts warf mehr eine Frage auf oder wartete auf eine Antwort. Es war einfach alles vollkommen logisch, offensichtlich und klar. Dabei kann ich dir noch nicht einmal genau definieren was ich mit „alles“ meine. Das Wort „alles“ ist zu klein… Jede Information in meinem Speicher gliederte sich neu in mir an. Ich verstand mit einem Schlag jegliches philosophisches Konzept. Ich verstand noch viel mehr das Wesentliche hinter diesen Konzepten und begriff das, dass alles nur Gedankenkonstrukte von Menschen sind, die in ihrer limitiertheit Worte bemühen um das „All“ hinter allem für andere begreifbar zu machen. Ich fühlten wie ich Zugang zu uraltem in mir gespeichertem Wissen erlangte und spürte das ich all diese Dinge schon immer gewusst hatte. Ich hatte es nur irgendwie vergessen und niemand hätte es mir in irgendeiner Form erklären können. Es muss erlebt werden, um es fassen zu können. Und so durchlebte ich gefühlt 7 Leben ohne dabei ´mehr als 3 Sekunden zu altern.

So, und nun zurück in dein altes Leben. Toi Toi Toi!

Mit einem zucken im Körper saß ich schlagartig wieder in meiner Küche. Was war passiert. Fassungslos starte ich meinen Kumpel an.

„Wie lange war ich weg?“ fragte ich ihn ungläubig.
„Wieso weg? Wo warst du den?“
„Alter, ich war gerade weg, ich war gerade überhaupt nicht mehr hier, ich war woanders, ich kann’s dir nicht erklären, ich war woanders! Wo war ich eigentlich? Ich muss stundenlang wie ein Zombie vor dir gesessen haben! War ich ansprechbar?

„Also, du hast vor nicht ganz 10 Sekunden den letzten Satz mit mir gesprochen…“

„Wieviel Zeit ist seid „hier rein da raus“ vergangen?“fragte ich.

„öhm, so ca. 5 Sekunden…“

„Dann war ich nur 3 Sekunden weg? Du hast also nicht die geringste Ahnung was mir gerade eben in diesem Augenblick passiert ist?“

Wir hatten diesen Abend noch sehr viel zu reden. Ich kann dir sagen das es schon ernüchternd ist, auf einmal alles zu verstehen und keine Fragen zu haben, aber von Außen kaum verändert zu sein.

Die ersten Tage danach

Die ersten Tage danach war ich in einem extremen Frieden mit allem. Meine Frau konnte diesen Frieden nicht stören. Einfach nichts konnte meinen Frieden stören. Ich war sogar für ein paar Tage Nichtraucher. Wasser war plötzlich das leckerste Getränk der Welt. Und in mir quoll ein immerwährender Strom an Weisheit an die Oberfläche. Ich begriff das jede Erfahrung fundamental neutral ist. Es ist unser Vorrecht zu entscheiden, was wir aus den einzelnen Situationen die aufeinander gereiht unser Leben ergeben machen. Diese Erfahrung war nicht nur ein Strohfeuer, sie war fundamental verändernd.

Ich war in keinster Weise mehr der Alte. Das hinderte meine Umwelt jedoch nicht daran mich trotzdem so zu behandeln als ob. Meine sozialen Ängste hatten sich vollständig aufgelöst und es gelang mir zum ersten Mal mich in einem Café mit Freunden wirklich zu entspannen. Jedes Essen schmeckte als würde ich es zum ersten mal essen, jede Erfahrung so Intensiv als würde ich sie zum ersten Mal erleben. Das war also dieses „Gewahrsein“. Das kann man nicht machen, entweder man ist es oder man ist es nicht!

Ich hatte von jetzt auf gleich vollständig aufgehört alles zu bewerten und war einfach nur noch präsent. Drei Tage nach der Erfahrung sah ich in einem Film einen verwirrt wirkenden Mann mit leuchtenden Augen. Er hatte ein Pappschild umgehängt auf dem in großen Buchstaben stand „Ich habe das Licht gesehen!“. Und da begriff ich endlich im Ansatz was mir passiert war. Jedoch verspürte ich keine Lust mir ein Pappschild umzuhängen. Aber ich konnte diesen Mann in diesem Film sehr gut verstehen. Du weißt etwas aber dir fehlen die Worte um andere Menschen zu erreichen. Sie scheinen irgendwie wie hypnotisiert zu sein und Glauben dir einfach nicht.

Wochen danach

Der unendliche Frieden wich langsam wieder von mir. In dem bemühen soviel wie möglich davon zu konservieren suchte ich nach Texten, Filmen, Musik, nach einfach allem das diesen besonderen „Funken Wahrheit“ in sich trägt. Als sei ich ein Demenzerkrankter der sich verzweifelt an seine letzten Erinnerungen klammert. Ich begann das „Muster“ der Wahrheit hinter allem zu studieren und zu erkennen. Und mir wurde immer mehr und mehr klar das ich niemandem in meiner Umgebung davon berichten brauchte… sie mussten es selbst erleben. Ich selber wollte es nochmal erleben. Ich wollte wieder zurück in den Frieden. Ich wusste jetzt das ein Gefühl des „vollständig erfüllt Seins“ erreichbar ist. Das ich dazu weder Medikamente noch Religion oder Meditation brauchte. Aber was war der Auslöser? Wie war das ganze in Gang geraten und warum gibt es dazu so verdammt wenig Literatur. Egal mit wem ich darüber sprach… niemand konnte im geringsten nachvollziehen was mir passiert war und wonach ich am besten recherchiere.

Die Glaubensgemeinschaft war für mich zu dem Zeitpunkt sowieso passee. Diese Leute verbreiten nicht die Wahrheit sondern halten sie auf. Was sie über Gott erzählten taugt maximal um erwachsene Kinder gefügig zu halten. Kaum zu glauben wie viele wirklich intelligente Menschen sich ein religiöses Halsband anlegen lassen und dieses freiwillig weitertragen. Dieses Halsband Kindern bei der Geburt anzulegen ist in seiner perversen, verbrecherischen Qualität so unübertroffen das mir die Worte fehlen. Insgesamt hatte sich auf einmal ein tiefes sehr natürliches Verständnis für das was in der Bibel steht eingestellt. Dieses Verständnis ging soviel weiter, als das was die besonders Gelehrten (geleerten) innerhalb der Gemeinschaft von der Bühne predigten. Mein Gottesbild hatte sich vollständig gewandelt. Die Menschen verehren einen unsichtbaren Gott und zerstören den offensichtlich, sichtbaren der direkt vor ihrer Haustür wächst. Die menschliche Wahrnehmung ist so was von vollständig pervertiert und verdreht, dass es mir bis heute den Atem verschlägt.

Und die Jahre danach

Die Jahre danach sollten mir zeigen das diese Erfahrung erst der Anfang war. Damals dachte ich „jetzt weiß ich Bescheid und werde mein Leben zum Guten wenden können“. Es sollten noch sehr viele, bittere Niederschläge und Enttäuschungen folgen die mir mehrfach vollständig den Boden unter den Füßen wegziehen würden. Die Trennung und Scheidung von meiner Frau samt Rosenkrieg war nur der Anfang einer langen unschönen Kette von Erfahrungen im Bereich der zwischenmenschlichen „Beziehungen“. Eine Erleuchtungserfahrung sorgt nicht unbedingt dafür das man alles auf die Reihe kriegt. Es ist eher so das die eigenen Ansprüche sich dergestalt verändern, dass man einfach nicht mehr in dieses System passt.

Nach 9 Jahren fand ich heraus das man vermutet das, dass Molekül Dimethyltryptamin für derartige Erleuchtungserfahrungen zuständig ist. Ich habe den Selbsttest gewagt und kann dies aus meiner Sicht bestätigen. Meine Erfahrung von damals lässt sich natürlich nicht 1 zu 1 wiederholen. Jede Erfahrung auf diesem Gebiet ist genauso einzigartig wie der Mensch der sie gerade macht.  Im laufe der Jahre habe ich viele Techniken, Tricks und Kniffe gelernt um Menschen aus ihrer jeweillig, aktuellen Limitiertheit zu helfen. Mein Vorteil ist dabei einfach das ich sehr genau weiß, wohin ich emotional steuern muss, um das Gefühl das die meisten als „Heilung“ oder „Ganzheit“ beschreiben würden dauerhaft zu etablieren. Ich habe eine unerschüterliche Referenzerfahrung für bedingungslose Liebe und Ganzheit in mir gespeichert. Und ich habe bis heute (2017) dreizehn Jahre geforscht wie ich diese Gefühlsebene als dauerhafte Basis in mein Leben integriere. Und ich hatte Erfolg (durch positives Denken).

Erleuchtung?

Im Grunde geht es immer nur darum eine Große oder Kleine Kognitive Dissonanz aufzulösen. Ich versuche es mal etwas „näher am Leben“ auszudrücken, um dir ein Bild davon zu vermitteln, was eine „Erleuchtung“ eigentlich ist.

Wir wachsen alle in mehr oder weniger gleichen Rollensystemen auf. Dementsprechend werden wir geprägt und entwickeln unsere Persönlichkeit. In meinem Fall kam noch eine religiöse Grundprägung mit Todesangst Charakter hinzu. „Prägung“ und „Persönlichkeit“ sind im Endeffekt nichts anderes, als eine vollautomatisch agierende Ansammlung von Millionen und Milliarden von einzelnen Glaubenssätzen. Fängt man jetzt an diese Glaubenssätze auf breiter Linie aktiv neu zu definieren und zwar positiv, dann verändert man Stück für Stück seine gesamte „Persönlichkeit“. Verändert man diese Glaubenssätze dann immer weiter und weiter, so das das Ganze zu einem anwachsen des Gesamtbewusstseins führt, entwickelt man sich über sein aktuelles Glaubenskorsett hinaus (auch unser System ist ein solches „Glaubenskorsett“). Dies geschah bei mir durch die intensive Arbeit an meiner negativen Geisteshaltung, hin zu einer positiven bzw. liebevollen Geisteshaltung.

Das verlassen des alten Glaubensgebäudes bedeutet vor allen dingen, Dinge los zu lassen, die wir als scheinbaren Gewinn festhalten. Wir bleiben in unserer Entwicklung ganz klar stecken wenn wir an unechten Gewinnen festhalten. Um das religiöse Korsett verlassen zu können musste ich billigend in kauf nehmen das ich „mein Leben“ aufs Spiel setze. Dazu kam noch das ich ohne diese religiöse Gemeinschaft im grunde null soziale Kontakte hatte.  Es gab also einiges zu verlieren für mich… ich war 21 und gerade mal ein paar Monate verheiratet.

Wenn nun also alle diese Faktoren in einem Augenblick zusammenkommen und im Schmelztiegel existenzbedrohenden Stresses zu etwas neuem transformieren MÜSSEN, weil das Alte unrettbar verloren ist, dann erlebt der menschliche Geist etwas, dass er in einem Wort als „Erleuchtung“ beschreibt.

In dem Augenblick in dem ich innerlich bereit war mich nicht von Menschen sondern von mir und der faktischen Realität belehren zu lassen, in dem Augenblick passierte es. Meine zweite Geburt… mein Erwachen, meine Erleuchtung. Im Endeffekt ein Ergebnis echter aufrichtiger Selbstliebe. Jeder Mensch darf genau soviel Dreck fressen wie er möchte, um zu lernen das ihm das nicht gut tut. Negative Lebensumstände sind ein enormer Katalysator, wenn man dies als Betroffener so wahrnimmt und entsprechend handelt. Es stimmt schon, es liegt einzig und allein nur an dir und ob du es dir wert bist.

Ich könnte nochmal gut 3000 Wörter schreiben. Aber ich werde diesen Artikel an dieser Stelle beenden und lieber bezugnehmend auf diesen Artikel weitere schreiben.

Meine Ex-Frau hat übrigens recht schnell nach mir ihren heutigen Ehemann kennengelernt. Soweit ich weiß sind die beiden bis heute glücklich verheiratet. Ich wünsche Ihnen alles erdenklich gute und reichlich Segen auf allen Wegen.

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